Schwarz oder weiß ? Oder geht vielleicht auch grau?

„Wie jetzt, Du bist Vegetarier? Dann darfst Du doch aber auch nicht diese Schuhe tragen!“ Diese Art von Sprüchen/Behauptungen mußte ich mir schon mehrmals anhören.

Mir geht es in diesem Beitrag aber nicht um vegetarische Ernährungsweise. Vielmehr geht es darum, dass es in unserer Gesellschaft scheinbar nur schwarz oder weiß gibt. Also entweder Du machst etwas zu 100% oder gar nicht. Ein „dazwischen“ scheint es nicht zu geben.

Das Gleiche gilt dann auch beim Thema Müllvermeidung. Also entweder man reduziert seinen erzeugten Müll auf ein Einmachglas pro Jahr (bei einer vierköpfigen Familie versteht sich natürlich 😉 ) oder man macht es nicht richtig oder strengt sich nicht genug an.

Nun liegt es in meiner Natur, dass es mir schwer fällt Festlegungen, die ich für mich einmal getroffen habe, im Nachgang zu ändern.

Aktuelles Beispiel:

Setzt man sich mit dem Thema „zero waste“ und „Beauty“ auseinander, gelangt man schnell zum Thema „no poo“. Wem das nichts sagt, einfach mal bei Youtube eingeben. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende Videos, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Nun kann ich mit Stolz behaupten, dass ich „no-poo“ für fast ein Jahr durchgezogen habe. Erst Haarseife, dann schnell auf Roggenmehl und dann nur noch Wasser. Ich hab mir immer gesagt „Das hältst Du jetzt durch. Bei so vielen anderen Leuten klappt es doch auch.“ Und ja, ich hatte auch gute Tage und ich fand es auch nicht allzu schlimm, dass meine Haare nicht mehr so fluffig waren. Was tut man nicht alles im Sinne der Nachhaltigkeit.

Letztlich hab ich dann aber für mich akzeptieren müssen, dass es bei mir nicht geht. Der Grund: zu viel Kalk im Wasser. Ich hab mich einfach nicht wohl gefühlt.

Ich habe es mit Apfelessigspülungen versucht und zum Schluss sogar mein Wasser gefiltert. Spontan mal schnell Haare waschen war dann gar nicht mehr möglich. All diese Umstände, weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass es in meiner Lebenssituation nicht möglich ist nur mit Wasser meine Haare zu waschen.

Ich habe mich hier einfach zu sehr unter Druck gesetzt. Es gibt viele Möglichkeiten Verpackungsmüll einzusparen. Nicht alle Möglichkeiten passen für jeden. Für mich ist es schwierig gewesen das zu akzeptieren.

Zudem gibt es von außen auch eine Art Erwartungshaltung, die nur sehr schwer eingehalten werden kann. „Wie jetzt, Du fährst mit Deinem Auto zum Bäcker? Das ist ja nicht wirklich nachhaltig.“

Niemand ist perfekt und niemand macht wirklich alles richtig. Darum ist es auch völlig ok, dass ich wieder Schampoo nutze (Haarseife klappt bei mir auch nicht 🙁 ) und es ist auch ok, dass ich mit dem Auto zum Bäcker fahre. Dafür bringe ich mein Brötchenbeutel selbst mit und nutzt nicht jedes Mal eine Bäckertüte, die zu Hause sofort in den Müll kommt. Oder ich nutze nur ein Shampoo und hab nicht 5 verschiedene Flaschen in der Dusche stehen, die ich wohl nie aufbrauchen werden (hatte ich ehrlich gesagt früher auch).

Wie gesagt, es gibt unterschiedliche Wege, Müll zu reduzieren. Finde den Weg für Dich. Wenn jeder etwas tut, kann viel verändert werden.

Mein Fazit: Grau geht auch und das ist auch gut so 🙂

Viele Grüße

Eure Nicole von noeko.de

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